Climbing Fences
Wissen ist die Grundlage jeder aufgeklärten Gesellschaft. In den 1960er Jahren war es der Raubdruck, der den Zugang zu Wissen und Bildung befreite. Aktivist:innen vervielfältigten verbotene, vergriffene oder schlicht zu teure Bücher, um die Monopole des Verlagwesens und die Monetarisierung von Wissen zu brechen. Es ging hierbei nie um Diebstahl, sondern um Teilhabe und den Anspruch, dass Wissen und Bildung kein Privileg sein sollten.
Heute hat sich die Grenze des Zugangs verlagert. Paywalls, Abomodelle und proprietäre Werkzeuge bestimmen, wer lernen, forschen und gestalten darf - und wer ausgeschlossen bleibt. Programme werden gemietet, nicht mehr erworben. Besitz und die daraus entstehende Unabhängigkeit verschwinden. Diese Mechanismen sind nicht naturgegeben.Sie sind Ergebnisse politischer Entscheidungen, institutioneller Interessen und wirtschaftlicher Machtverhältnisse. Sie schaffen künstliche Knappheit in einem Bereich, der per Definition nicht knapp sein müsste: Information.
In einer Welt, in der wir immer weniger wirklich besitzen, wird der Akt des Bewahrens, Archivierens und Teilens zu einem Statement gegen Abhängigkeit und Vergessen. Bibliotheken, offene Archive und Foren des Austauschs bilden Gegenpole des öffentlichen Zugangs und sollten mehr Aufmerksamkeit erfahren. Denn Wissen ist kein Produkt. Wissen ist eine Ressource gesellschaftlicher Teilhabe. Und ein Zugangssystem, das auf Bezahlbarkeit basiert, ist nicht neutral. Es ist politisch. Solange dies der Fall ist, sind die Wege am System vorbei notwendig. Hier sind sie zu finden.
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